Montag, 11. Juni 2007

noch ein foto-blog

die bilder sind ungeordnet, manche älter und manche ganz neu.


drei öl-bilder aus dem hamburger bahnhof. (ich hab leider keine ahnung mehr, von wem...)


mit michl im mauerpark. hier macht gerade ein mann mit einem seil riesige seifenblasen; rund um ihn tanzen begeisterte kinder..


blick über den fluss nach friedrichshain .. links nicht mehr im bild ist das universal-gebäude; rechts davon sieht man die kirche, bei der ich gewohnt hab (für alle schon-dagewesenen..)


mit den schweden an der s(pr)ee..

..und was zu sehen ist, wenn man sich umdreht.

sommerjause in friedrichshain. (niederbarnimstraße; lang lebe minus50prozent-sushi!)


ein detail an der frankfurter allee; das foto ist schon ein paar monate alt (sieht man ja auch am baum..)


solange er keine platzangst bekommt, der turm..

"schon wieder diese scheißmadonnaey.." (mault eine geschätzte 12 jahre alte schülerin zu einer freundin im vorbeigehen) - und der palast der republik steht immer noch.


discount-wahn..


DISCOUNT WAHN?? (nie wieder zu viel zahlen..)


...

Dienstag, 5. Juni 2007

n paar bilder

niveauvollst auf der s-bahnstation lankwitz
(das halb-rot-halb-violette in der mitte)


grrr.. wrangelkiez.


heimkommen richtung warschauer brücke..


schicke menschen in schicken (überteuerten) clubs - das maria.


vom maria richtung nachhause..



er ist wirklich ÜBERALL... und mein telefon macht in dunklen räumen nur verwackelte bilder. naja, wenigstens macht es überhaupt welche.


platzhirsch; diesmal: skalitzer straße.


schon wieder ein banksy, diesmal in kreuzberg. (naja, nicht so spannend..)


na gut, doch auch ein paar anmerkungen.
die umfassende orf-reform hab ich natürlich mitbekommen. (wobei ich gestehen muss, dass mir das österreichische fernsehen mangels empfangsmöglichkeit gerade genauso egal ist, wie das deutsche.)
ich hab also nur gelesen, was so ungefähr passiert ist; und kann mir weder unter "mitten im 8ten" noch unter "zib20" wirklich etwas vorstellen.
ich hab allerdings kürzlich eine stunde lokalnachrichten on demand geschaut ("heute in österreich") und ich bin nicht enttäuscht worden. die ampeln sollen nicht mehr grün blinken, deshalb schafft man das einmal auf einer einzigen straße ab. großartig! und auch der wiener autofahrer enttäuscht mich nicht: ein reporter holt an einer roten ampel meinungen der betroffenen ein - aaah :: "na, des mog i ned!"; "des is ned günstig"; "mia is des wuascht."; "a bledsinn. fia mi .. i hob gean des grünblinken."

hach, österreich ist so klein. und die wiener sind so sehr die wiener...


a propos: am tag nach der mondlandung lautete die "bild"-schlagzeile folgendermaßen: "der mond ist jetzt ein ami"
hier ein link - auch großartig: "blitze immer gefährlicher: mann auf zebrastreifen erschlagen"

Sonntag, 27. Mai 2007

kluge worte

"man wird reingeworfen in eine situation mit all den problemen, die sie hat, mit all dem mangel und all dem überfluss, und man ist dagegen machtlos. wenn man das bedürfnis hat, selbst zu gestalten, verbringt man jahre in unfreiheit. es gibt wenig platz, den man nutzen kann. wenn man älter wird, stellt man fest, dass es nicht reicht, erwachsen zu werden. dieses gefühl von unfähigkeit und machtlosigkeit bleibt.
dann kommt hiphop und man stellt fest, es geht nicht darum, die welt unter sein joch zu bringen und eine stadt aufzubauen, die aussieht wie man selbst, sondern es geht darum, das, was ist, mit sinn zu füllen."

unter anderem das antwortet textor von den kinderzimmer productions in der taz zum pfingstwochenende auf die frage "was ist typisch deutscher rap?".
textor sagt "dann kommt hiphop", weil hiphop eben das ist, was er macht.
ich brauche dieses "hiphop" im statement nicht notwendigerweise, damit es für mich funktioniert; weil das wort austauschbar ist.

auf jedenfall fasst diese seine aussage den kern eines gesprächs, das ich gestern nacht mit freunden hatte, gut zusammen. (da lass ich euch doch gleich teilhaben..)

Sonntag, 6. Mai 2007

fahren und laufen

ich bin seit drei wochen studentin der fu-berlin. das zusammenstellen eines stundenplans und das ziel dabei, 16 stunden mindestens zu absolvieren, hat mich an den rande des wahnsinns gebracht.
und die erste woche uni-haben war dann auch von blindem zynismus geprägt, ein überbleibsel aus wien. ständiges schimpfen auf die dörfer, in die ich fahre, um zu studieren; ständige vergleiche - marienfelde ist wie mödling, dahlem wie hitzing, lankwitz wie himberg nur ohne waldbad, etc.
viel davon ist jetzt weg.
nu gut, uni ist eben ein beruf und dass ich täglich mindestens 2 stunden in s-bahnen verbringe, ist teil davon.
außerdem ist in der tat sommer in berlin, seit mitte april stand das thermometer genau zweimal unter 25 grad, und deshalb sind 75% der fahrten, die überirdisch zu diversen unis führen, gar nicht so furchtbar.

jeder tag beginnt so: dusche, kaffee, schnell raus. dann durch friedrichshain, am täglich vor dem restaurant seines sohnes (der beste italiener der stadt!) sitzenden italiener vorbei, ich nuschle dann "buon giorno", er nuschelt "guten morgen", die kopfhörer wieder aufgesetzt, durch die libauerstraße (da fällt die sonne in der früh am besten ein; hier auf dem bild ist nachmittag, da gilt das eben geschriebene nicht!)

in die revaler straße und ab auf die warschauer brücke, von der aus seit einigen wochen eine hervorrragende werbung zu sehen ist:
(ich als haus würde ihnen hornbach empfehlen, steht hier. und der tag, an dem ich das fotografiert hab, war einer der zwei, an denen es nur 23grad hatte.)
es ist 8:30uhr, auf der brücke eilen berufstätige und hauptsächlich studenten von/zur s- oder u-bahn.

meistens muss ich nach lankwitz fahren, was anfänglich bei mir zu großer innerer unruhe geführt hat. lankwitz wäre weit weg, es wäre grauslig, in dieser betonwüste zu studieren, und vor allem die fahrtzeit... weit gefehlt.

es ergibt sich, dass ich einen feinen anschlusszug von der friedrichstraße hab. und an diesen zug schließt in marienfelde ein bus an. ich brauche also nicht mehr als eine stunde nach lankwitz.

die s2 bringt mich nach marienfelde. ab yorckstraße erbarmt sie sich, und fährt wieder über der erde.
was war zuerst? die orf- oder die ard-themenwochen? und was will uns dieses plakat sagen? kinder sind die zukunft - schön und gut, aber wieso posieren sie dann mit ard-stars wie jörg pilawa? und was wurde in der themenwoche gezeigt (ich habe immer noch keinen fernseher hier..) ?

egal. nur noch 4 stationen bis marienfelde, das so aussieht:


der bus, in den ich dann steige, lacht mir täglich ins gesicht:


wenn der fahrer, der jeden tag die pünktliche abfahrt entweder verschläft oder einem mittelschnellen klo-gang opfert, sich eben fürs fahren entschlossen hat, dann lässt er mich auch bald wieder hier aussteigen: preysingstraße.
hier übrigens wieder sehr gut zu sehen: männer, die ihre autos lieben..

und ich gehe dann noch 5 minuten durch himberg:



und bin dann auch schon auf dem uncharmantesten campus der welt. lankwitz ist tatsächlich eine betonhölle eingebettet in ein kleines dorf. das mensa-essen ist - trotz zusatz "bio" - genauso ungenießbar, wie man es sich vorstellt. und wenn man nach 14:30 noch entweder hunger hat oder kaffee will, hat man pech: die mensa will nur bis 14:30 offen halten. und in lankwitz selbst gibt es außer "brutzelbuden" (gleich neben der tankstelle ist eine) nicht viel..
macht aber auch nichts, der rückweg durch wunderschönes grün und bunt entschädigt und spätestens bei friedrichstraße gibt es wieder leben.


die zweite, wesentlich ungemütlichere variante, auf die uni zu fahren, erleb ich jeden dienstag. dann nämlich, wenn ich nach dahlem muss. dahlem ist zwar wesentlich geiler als lankwitz - hier ist zwar auch alles voller kleingärten, aber die gehören zu 70% der uni; und daneben gibt es unglaublich schöne parks und grünflächen zum lesen und liegen - aber der weg dorthin ist furchtbar. zwei ubahnlinien durchfahren und davon ein bisschen von kreuzberg und dann drei stationen lang eine begrünte schneise sehen..
ich starte wie nach lankwitz, diesmal nehme ich aber die u-bahn. bei nollendorfplatz dann ab in die U3 nach krumme lanke. hier ist endstation, die u-bahn füllt sich schnell mit ausschließlich studenten. nach vier stationen ist sie voll. und zwar wirklich voll. und niemand in dieser u-bahn will nicht nach dahlem; ausschließlich müde und lesende studentInnen, zusammengepfercht in ein paar u-bahn-waggons.



bei dahlem-dorf und thielplatz zwängen sich dann alle menschen, die bis dahin noch in der u-bahn waren, durch einen winzigen aufgang hinauf zur unistadt. es ist 9:45, keiner hats eilig, man trottet mit der masse mit und steht dann hier:


um zum institut für politikwissenschaft zu gehen, hübsch!


hier hatte ich auch ein zynisches erlebnis, nämlich als ich auf diesem klo war:
erster gedanke: auch nichts anders als in wien. kein klopapier und kaputte klobrillen. (ich muss ihn wieder zurücknehmen, den gedanken. seit einer woche ist alles wieder repariert. und klopapier ist wohl auf jeder uni ab 18:00uhr knapp...)

nuja. um den tag zu beenden, ein bild noch vom ende des tages. das ist der thielplatz, zumindest das, was man von der u-bahn aus davon sieht.


die ekelhaften sitzgelegenheiten in der station dahlem-dorf werde ich nicht fotografieren, das haben schon genug leute gemacht. selten konnte man seinen kopf so ungeniert zwischen zwei frauenbrüsten ablegen.

das also mal als eindruck der wege, die ich hier dreimal täglich zurücklege.
außer uni gibts aber dann doch noch ganz schön viel in berlin, etwa feine feste zum ersten mai (ich war am myfest in kreuzberg); gutes theater in der volksbühne (der kleine muck ganz unten); schöne seen mit bootsverleih zum wochenende; meine stammvideothek mit kaffee und draußen-sitz-option; nach drei stunden ausverkaufte queens of the stone age konzerte vor 500menschen (tzz); und natürlich die flohmärkte gleich vor der haustür.
ich werde mir jetzt einen spaziergang dorthin genehmigen, wir brauchen dringend eine reibe und eine zitronenpresse in der wg.

ich mache auch bald wieder spannendere fotos, versprochen.

Sonntag, 15. April 2007

leben

ich hab mich lang nicht gemeldet hier.
kann aber auch nur eines schreiben: es geht mir so richtig gut, die letzte ferienwoche vor unibeginn (morgen...) war die beste woche, seit ich hier lebe. es war nämlich die erste woche, in der ich tatsächlich gelebt hab.



ich freu mich schon drauf, jedem, der hier vorbeikommt, ein bisschen was von den dingen zu zeigen, die die stadt für mich so besonders machen:
das leben auf der straße, sobald es sonnig und warm ist (seit vier tagen gibts nur mehr t-shirt, in der nacht dann ne weste drüber)
das blinzeln durch blattkronen, weil hier einfach überall bäume und sträucher rumstehen (zumindest dort, wo ich wohne)
samstägliches spazieren durch den wald und auf einmal auf eine improvisierte elektro-party stoßen.
(hmja, das ist auch so ein ding: elektro/minimal-techno ist hier leider der mainstream, auf dauer ist das dann doch langweilig... deshalb an philip/erkin :: ab mit dem kinderwagerl nach berlin!!)


bleibt nur mehr mit trentemöllers moan zu sagen ::
constantly thinking about you.

ich bin jetzt angekommen.
küsse euch allen!

Samstag, 7. April 2007

wortwechsel.

gestern abend:

babs: hmm. das ist blöd. am montag ist das coco rosie konzert, aber im kino spielen sie goodfellas...
vojta: das ist doch keine frage! goodfellas kannst du nicht so oft im kino sehen - laut ballhaus lief der in berlin das letzte mal vor 8 jahren. coco rosie kannst du dir immer anschauen.

er hat so recht...

Montag, 2. April 2007

"jo, de deitschn kennan des guat..."

bürokratie - ein leidiges kapitel.
was gibt es schöneres, wenn draußen alles blüht und sprießt, als amtswege?

erstes problem: das erlangen dieses wisches


ich wage es, auf dem antrag nicht die berliner adresse meiner vermieterin anzugeben (die ja bekanntlich französin ist) - plopp: "es tut mir sehr leid, aber sie müssen schon die meldeadresse ihrer vermieterin in berlin angeben; und wenn die von der wohnung abweicht, in der sie sich melden müssen, dann müssen sie bitte auch den mietvertrag mitbringen." - "aha." ja gut, das versteh ich.

ich mach mir mit der dame einen termin aus; komme montags wieder, diesmal ein beamter. nach ca. einminütigem (!) studiums von drei(!) zeilen auf ihrem mietvertrag, die meiner mitbewohnerin bescheinigen, dass sie jetzt die wohnung genietet hat und auch untervermieten darf, hat der beamte seinen stempel auf meinen wisch gedrückt.
wenigstens nimmt er dafür nicht 15euro verwaltungsgebühr, wie in der alten heimat allzugern üblich.

zweites problem - das dauert schon länger:
studentenausweis.

dazu benötigt man bloß:
- anmeldebescheinigung.
- krankenversicherungsbescheinigung, bestätigt von einer deutschen kassa (8 schalter, 7 besetzt, einer davon "studenten-service" - der zweite studenten-zuständige ist gerade nicht anwesend. 5 studenten warten, ansonsten ist niemand im raum. serviceorientiert, wie alle krankenkassen nun mal sind, kümmert das die restlichen 6 anwesenden angestellten herzlich wenig.)
- beleg über die bezahlung von 188euro "sozialgebühren". damit wäre auch das ticket für 6 monate bvg beglichen.
- passfoto.
- beleg über die EU-staatsbürgerschaft.
- einen vertrag, der einem nochmal schriftlich bescheinigt, was die anderen eh auch im computer haben - eine "vereinbarung A über die zuerkennung eines erasmus-mobilitätszuschusses" (danke, mama!)

dann bekommt man 4 formulare vorgelegt, auf die man jeweils das genau gleiche draufschreibt (name, vorname, geburtsdatum, adresse, e-mail adresse, semesteranzahl.)
und wenn man das gemacht hat, gibt man das alles einer freundlichen (das mein ich unzynisch) studentin, die von allem kopien macht und einen damit in ein büro schickt, wo man ein stück papier ausgehändigt bekommt, das "studentenausweis" heißt (gut - eine schöne, folierte und mit foto versehene fassung bekomm ich noch per post).

damits nicht ganz so einfach ist, öffnet man 4 tage später eine e-mail, die einen darüber informiert, dass eine kopie unleserlich sei, man solle das original doch bitte noch einmal persönlich vorbeibringen - als ob es so schwer gewesen wäre, das gleich vor ort zu überprüfen..

nun denn.

meine uni setzt mich noch vor abreise davon in kenntnis, dass ich eine aufenthaltserlaubnis in deutschland brauche. ich halte das für blödsinn, bin aber unsicher.
nach kurzer recherche ist klar: "Staatsangehörige der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und ihre Familienangehörigen genießen Freizügigkeit und haben das Recht auf Einreise und Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland. Dasselbe gilt für Staatsangehörige der EWR-Staaten."
bloß: diese freizügigkeit müssen sie sich noch extra bescheinigen lassen, um sie auch tatsächlich zu "genießen".

und wozu ich das in der praxis tun muss, weiß ich seit heute:
um ein deutsches konto zu eröffnen, und zwar seit 1. 1. 2007. (das wusste allerdings die dame in der bank am freitag, an dem ich mir mit ihr den termin ausgemacht hab, noch nicht...)
...
BAH!
ein deutsches konto brauch ich, damit ich begrüßungsgeld bekomm - 110euro von der reichsten stadt der welt einfach so fürs hier melden und studieren.
ich glaube, ich verzichte vorläufig drauf und genieß die letzte uni-freie woche mit ihren 22grad.
um lesend in der sonne zu liegen, braucht man ja kein geld.


und noch was anderes:

so siehts rundherum aus gerade. das blau-durchschimmernde sind samt und sonders kleine blumen. und natürlich schauts in wirklichkeit VIEL beeindruckender aus, als auf dem foto. (gleich daneben ist ein riiesiger park, keine angst, ich sitz nicht nur auf friedhöfen, aber ich mag sie im frühling sehr gern.)

zum abschluss also drei tote menschen von oben:


weitermachen!
ja.

Samstag, 24. März 2007

trödel und anderes.

mein erstes naked lunch konzert findet natürlich nicht irgendwo in österreich statt, sondern im lido in berlin. es ist ein wunderschönes, sehr bewegendes konzert für mich.

...


am nächsten morgen:
auf in die trödelhalle treptow, ein paradies!
wo sonst findet man sonst in der prallen frühlingssonne frische weihnachtsdeko am eingang einer kleinen lagerhalle (siehe die weihnachts- und schneemänner vor der deutschlandflagge), in der allerlei unverständliche gerätschaften herumliegen?

wo sonst findet man kästen voller plastikschuhe in drei verschiedenen farben und allen möglichen größen?

wo sonst stehen drei männer hinter wänden, die mit 1000en von fernbedienungen aller arten und formen vollgehängt sind, und vor tischen, die mit weiteren 500 fernbedienungen vollgestellt sind - aber alle schön in reih und glied geordnet? (ich wollte kein bild davon machen, weil mir das ein bisschen unhöflich vorgekommen wäre...)

tja und schließlich, wo findet man musik für die hausbar?
ich mag sie - die brennende zigarette im aschenbecher, die henne (wozu auch immer, wahrscheinlich süßes drin..), das glas voller eierlikör, den scotch und das bild. aber ich hab keinen plattenspieler und auch keine hausbar, blöd..
dafür hab ich besuch.

grüße allen daheimgebliebenen!

Donnerstag, 22. März 2007

offizieller frühlingsbeginn.


der blick aus meinem wohnzimmerfenster am abend des 21. 3. 2007.

Montag, 19. März 2007

in der bobo-hölle.

das, was ich letztens über den frühling geschrieben hab, mag ich nicht zurücknehmen. in berlin ist es nämlich nicht märz, nein, es ist mitten im april. das merkt man, wenn sonntag abend ein gewitter über den stadtrand zieht und es am montag vormittag dann zu schneien beginnt; der schnee sich binnen weniger minuten dazu entschließt, zum gemeinen schneeregen zu mutieren und dann genausolang wie wild vom himmel prasselt, wie ich zu fuß unterwegs bin.

mittlerweile bin ich sowas wie ne echte berlinerin, das merke ich an meinem routinierten regenverhalten - ein grantiges gesicht, das auf der suche nach lacken starr zu boden geneigt ist und zwei kapuzen, die eine für die wärme, die andere gegen die nässe.

ich musste heute wirklich meinen erasmus-vertrag wegschicken.
nachdem der ausgedruckt war - ging schnell, internet-cafes gibts ja wie sand am meer hier - hab ich folgendes endlich gefunden:
alles bekommt man hier nämlich, wirklich alles! aber keine leuchtsterne.. selbst der alte spielwarengeschäftsbesitzer (welch schönes wort!) wollte nicht glauben, dass er doch noch ein paar davon...
das sind aber leuchtsterne, die laut beipackzettel ganze 10(!) stunden hell leuchten, wenn sie mal mit licht in berührung gekommen sind, will ich sie erstmal auf tatsächliche leuchtkraft testen, bevor ich sie auf die lampe über meinem bett kleb..
der stern, der hier so vage leuchtet, wurde ganze 10 sekunden mit der handy-taschenlampe angeleuchtet und klebt hinter weißem tüll, den meine mitbewohnerin vorhangsmäßig da hingehängt hat, auf meiner zimmertür.

ich wollte mir in einer trafik ein kuvert dazu kaufen. dort bin ich dann mit der ersten "waschechten" ostberlinerin meines lebens in berührung gekommen.
in triefendstem dialekt hat sie einer zugezogenen, jungen sächsin (die karten für "monrose" gekauft hat) die nachteile der BRD erläutert, einige minuten ging das, sehr beeindruckend..
"(...)nee du, ick sag dir, wat broch ick sowat wie freiheit oder demokratie, wenns doch keene arbeit gibt! da hab ich nix von diesen großen worten. aber, 'die im westen' kannste jetz auch nich mehr sagen, nach 40 jahren, da verändert sich schon was.. (...)"
(die kundin nickt die ganze zeit. führt mit zustimmenden wortspenden die trafikantin durch wildeste spekulationen.)

mit dem vertrag in dem eben erstandenen kuvert geh ich auf die post. sehr wohlwollend nehm ich dort die drei beamten wahr, die hinter den schaltern stehen. einer ist groß, hat lange blonde dauerwell-locken und ein shirt mit der aufschrift "kämpfen statt hinnehmen!" in frakturschrift an. ich bin nicht bei ihm, sondern bei einer der kolleginnen gelandet, die ohne zu sudern (wie ich das von wien kenn..) meine frage nach der voraussichtlichen ankunft in wien mit einem lächeln beantwortet. während sie ganz selbstverständlich einen "luftpost"-aufkleber (WAH! LUFTPOST! ECHT JETZT? FÜR DAS GELD?!) auf meinen brief klebt, meint sie, na, ein bis zwei werktage könnts schon dauern..
(hm. keine ahnung, ob ich jetz meine erlebnisse mit der wiener post hier herschreiben soll - aber sie sind so dermaßen anders, dass ich dieses hier für aufschreibenswürdig erachtet hab. zumindest hat mir in wien noch nie die "luftpost"-option zum normalpreis offengestanden..)

ich bin dann nach dahlem gefahren, zur FU. wenn man ein monat in der stadt ist, in die man zum studieren gekommen ist, und noch nie seine uni gesehen hat, dann ist das wohl eine schande.
dahlem und auch die FU waren dann so trist, dass ich das hier gar nicht groß kommentieren will. ich wollte nicht mal fotos machen, so scheußlich. auf dem weg nach berlin, in tschechien und davor auch in österreich, bin ich manchmal durch dörfer gefahren, die ähnlich ausgesehen haben.
das nächste mal wird die FU mich zum inskribieren wiedersehen. da nehm ich mir dann auch einen richtigen dorf-plan mit - der campus der fu ist in etwa so groß wie das gelände des schwechater flughafen und so hilfreich beschriftet wie das wiener AKH.

wovon ich eigentlich kurz erzählen, oder was ich fotodokumentieren wollte, das ist das "oberholz" am rosenthaler platz. oder die bobo-hölle.
ich bin auf das lokal gestoßen, weil mir eine ehemalige studentin davon erzählt hat. man könne dort super stundenlang rumsitzen und -dösen. und auf genau das hatte ich nach der einöde in der kommerzialratswitwen-idylle dahlem lust: ganz ruhig wo sitzen, wo es fein ist, aber trotzdem in einer stadt sein, die ihre bezeichnung zurecht trägt und die einem nicht durch ihre kleinkariertheit angst macht.

das oberholz ist tatsächlich ein wunderbarer ort, um stundenlang zu sitzen und zu lesen. es ist zwar für berliner verhältnisse teuer - ein tee kostet 2euro -, aber obwohl es so voll ist mit menschen, ist es nicht laut dort.
das hat mich zuerst nicht gekümmert - ich saß mit der FAZ in meinem polstersessel und war glücklich. (seit wann hat palästina bitte eine neue regierung??) mein pfefferminztee kam als frische minze in einem glas heißem wasser - auch das war ok. vollkornbrot gibts auch - na bitte!
aber nachdem die FAZ - bis auf manche beiträge - dann doch unendlich langweilig zu lesen ist, leg ich sie doch nach einem glas tee weg, nach "politik" - "sport" (oh, formel1, gibts wieder? da ist ja alles anders..) - "feuilleton" (hier nur "medien", weil es interessante entwicklungen gibt).
und ich stelle den grund für die ruhe fest - rund um mich sitzen kaum "normale" kaffeehausbesucher. hinter mir eine plaudernde runde, daneben zwei freundinnen, neben mir ein typ, der deutsch lernt und aufgaben fürs goethe-institut macht. vor mir hat sich etwas getan - anstatt der japanerin mit laptop auf dem tisch sitzt da jetzt ein konzentrierter mensch:


bald bemerke ich, dass sogar zwei konzentrierte menschen vor mir sitzen..


ich habe gesehen, dass neben mir der deutschlernende franzose einem italiener mit einem stapel bücher platz gemacht hat, und der italiener war auch sofort ganz in diese bücher vertieft. der typ, der aber die ganze zeit schon auf dem sofa gesessen ist ... und der dahinter, war der immer schon da?


ich war umgeben von menschen am computer. das ist der grund, wieso dieses kaffee zwar beinah der unheimlichste platz berlins ist, aber auch einer der ruhigsten, um zu lesen.


allein hier sieht man 5 leute mit laptop. vor mir noch einer, direkt rechts von mir zwei, links noch vier. hinter der "kellnerstation" im ersten stock, in dem ich gesessen bin, war auf einer kleinen galerie noch platz für ganze 8(!) laptops. ich fand das alles spätestens ab dem moment extrem skurril, in dem eine dixieland-swing version von "creep" von radiohead zu spielen angefangen hat.
ich wollte die szenerie beim runtergehen nicht mehr fotografieren - kann aber versichern, das gleiche bild zeigt sich auf der galerie und im erdgeschoß.
ich führ jeden interessierten gern mal hier hin.

küsse nach wien!